Kein weiterer Kiesabbau in Lüttelforst

Der Extra-Tipp am Sonntag berichtete erneut über die Situation zum Kiesabbau in Lüttelforst. Besonders unverständlich wird eine solche Genehmigung, wenn man die zunehmende Verwendung von Kies und Schotter zur „Gestaltung“ deutscher Vorgärten berücksichtigt. Der ökologische Wert von Schottervorgärten ist gleich Null. Für diese Vorgärten muss beim Kiesabbau auch noch wertvolle landwirtschaftlich genutzte Fläche zerstört werden.
Wenn die Genehmigung zum Kiesabbau in Lüttelforst nicht geändert wird, ist die Ausrufung des Klimanotstandes durch den Kreis eine leere Worthülse.
Völlig unverständlich bleibt, warum Kies und Schotter, die wertvolle und immer knapper werdende Rohstoffe darstellen, für die „Gestaltung“ von deutschen Vorgärten noch immer genutzt werden dürfen. Dies wird nicht nur durch Privateigentümer praktiziert, sondern auch durch gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften, auf die kommunale Verwaltungen Einfluss nehmen könnten.
Dabei wird die Arbeitsersparnis für Vorgartenpflege schon innerhalb weniger Jahre in Mehrarbeit umgekehrt. Laub und Staub bilden in kurzer Zeit eine Humusschicht auf der die Natur sich diese Flächen zurückerobert. Den Kies oder Schotter dann zu säubern, stellt wesentlich mehr Arbeit dar als die Pflege einer Grünfläche. Hoffentlich wird sich das Problem aufgrund der Kosten für die immer teurer werdenden Rohstoffe Kies und Schotter langfristig von allein lösen.

Leb wohl, lieber Wald!

So titelt heute der Extra Tipp am Sonntag und berichtet über die letzte BUKA Sitzung und die Äußerungen von Stadtförster Rainer Kammann zur Situation der Stadtbäume und des Stadtwaldes insbesondere auf den Süchtelner Höhen.
Bis Ende 2019 werden wohl 2.000 Nadelbäume und 500 Laubbäume dem Klimawandel zum Opfer fallen.
Die Grünen sind der Ansicht, dass die Gießaktion auf den Süchtelner Höhen das Bewusstsein der Bürger geschärft hat.

Unerwähnt bleiben leider die Fehlentscheidungen der letzten Jahre von Politik und Verwaltung bezüglich der Beseitigung des Straßenbegleitgrüns und der Abholzung vieler ausgewachsener und klimaschützender Bäume bei der Verschlimmbesserung des Gereonplatzes, des Umfeldes der Josefskirche, des innerstädtischen Erschließungsringes, des Bahnhofvorplatzes, des Alten Marktes in Dülken und anderer Baumaßnahmen.
Die Neupflanzungen befinden sich aufgrund der Trockenheit in einem bedauernswerten Zustand und bis deren Klimawirksamkeit voll zur Geltung kommen wird es noch Jahrzehnte dauern. Jetzt rächt sich die Gleichgültigkeit früherer Entscheidungen.
Ob sich bei zukünftigen Bauentscheidungen etwas ändern wird? Der Kreis hat ja den Klimanotstand ausgerufen. Werden diesem Notstand wirklich Taten folgen? Wir werden dies auch zukünftig kritisch hinterfragen.

 

Von drei Bäumen blieb nur diese Sumpfeiche stehen, ob wohl ausreichend Platz für alle drei Bäume war, die dort ursprünglich standen.
Gesunde Bäume am Alten Markt vor der Umgestaltung
Viel Grün vor der Josefskirche vor der Umgestaltung. Heute ist dort eine kahle Betonfläche.
Kann man unter diesen Vorzeichen von den Eigenheim besitzern erwarten, dass sie ihre Schottervorgärten beseitigen???
Diese Säulenpappel sollte krank sein. Nach Ansicht der BIVH musste sie dem Planungsstreben weichen.
Wer hat hier den Klimanotstand noch verstärkt – Politik und Verwaltung!!!

Was gedenkt der Kreis jetzt gegen die zu hohe Nitratbelastung im Grundwasser zu tun?


In einer Pressemeldung nimmt der Landrat dazu Stellung:
https://www.presse-service.de/public/Single.aspx?iid=1021091
Ob dies alles reicht, um die Situation zu verbessern? Wohl kaum. Denn die geplanten Projektstudie, mittels der die besonders belasteten Gebiete in Wasserschutzzonen umgewandelt werden sollen, wird die Mengen an Gülle die entsorgt werden müssen nicht reduzieren. Sie werden dann an anderer Stelle ausgebracht werden.
Was können wir alle tun, um das Problem zu entschärfen? Weniger Fleisch essen – dadurch sollte längerfristig die Fleischproduktion zurückgehen und damit auch der Anfall von Gülle.

Anti-Gülle-Plan im Kreis Viersen ist gescheitert

Die Rheinische Post berichtet über das Scheitern der Aktionen der Kreisverwaltung zur Reduzierung der Nitratbelastung des Grundwassers im Kreis Viersen. In einem 5 Punkte Plan hatte die Kreisverwaltung die Umweltministerin NRW um mehr Kompetenzen gebeten, um die Mengen ausgebrachter Gülle und importierter Gülle besser kontrollieren zu können.
Die Umweltministerin NRW lehnte die Forderungen des Kreises fast alle ab. Die RP weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Ministerium nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Landwirtschaft zuständig ist und zeigt so einen Interessenkonflikt der Ministerin in dieser Frage auf.
Unerwähnt bleibt allerdings, dass der Kreistag nicht nur das Antwortschreiben der Ministerin diskutierte, sondern trotz der Ausrufung des Klimanotstandes in der gleichen Sitzung nur mit einem wachsweichen Beschluss auf das Schreiben der Ministerin reagierte.
Entschlossenheit sieht anders aus. Die Ausrufung des Klimanotstandes scheint leider nur Symbolpolitik zu sein.

https://rp-online.de/nrw/staedte/viersen/anti-guelle-plan-vom-kreis-viersen-ist-gescheitert_aid-42906419

 

 

Die Umgestaltung des Umfeldes der Josefskirche ist abgeschlossen.

Einige Bäume mussten allerdings dran glauben. Andere sehen recht mitgenommen aus. So der Baum auf dem ersten Bild auf der rechten Seite. Bis die neu gepflanzten Bäume die Klimawirksamkeit der gefällten Bäume erreichen, wird es noch viele Jahre dauern.
Solche Verschönerungsaktionen kann man machen, wenn man eine gut gefüllte Stadtkasse hat.
Heute Abend in der Ratssitzung werden wir jedoch erfahren, dass auch die Grundstückmarketingsgesellschaft Verluste gemacht hat.
Wenn so weitergewirtschaftet wird, steht bestimmt bald die nächste Steuererhöhung ins Haus.

Die große Betonfläche ist nicht nur eine Frage des Geschmacks. Sie ist auch ökologisch bedenklich.
Jetzt haben wir diese Betonfläche, die direkt in den Kanal entwässert. Jeder Bauherr eines Eigenheims wird angehalten möglichst viel vor Ort versickern zu lassen.
Erst gestern wurde im STEP bei mehreren Bebauungsplänen im Innenstadtbereich von Dülken ausdrücklich darauf hingewiesen, dass hier ehemalige Gewerbeflächen entsiegelt werden. Dafür schafft man Rasenflächen und pflanzt Bäume.

Warum gilt dies nicht für die Umgestaltung des Umfeldes der Josefskirche??

Außerdem entfallen jetzt viele Parkplätze für Eltern, die ihre Kinder in den benachbarten Kindergarten bringen, als auch für die Besucher der Grabeskirche. Bezahlen die Besucher noch nicht genug Geld für die Begräbnisplätze?

 

Der zweite Baum ist schon vertrocknet. Ob er überleben wird??
Viel Betonfläche – da freuen sich die Skateboard Artisten.

Kurze Nachlese zur Kreistagssitzung am 04.07.2019


Die Präsentation von Frau Dr. Roos von über 1 Stunde zu den Umständen, die zur Schließung von 19 Filialen führen wird, hat bei vielen Zuhörern den Eindruck erweckt, dass der wirtschaftliche Zustand der Sparkasse Krefeld nicht besonders gut ist.
Für die Schließung so vieler Filialen übernahm sie die Verantwortung. Von vielen Politikern wurde darauf hingewiesen, dass sie selber über diese Veränderungen nicht rechtzeitig informiert worden sind. Vorsitzender des Verwaltungsrates ist Landrat Dr. Coenen, der sich auch klar zu seiner Verantwortung für diese Umstrukturierung bekannte.
Unter TOP 6 wurde dem Antrag der Grünen zum Klimanotstand zugestimmt. Zukünftig müssen alle Beschlüsse die mögliche Klimarelevanz berücksichtigen.
Unter TOP 15 wurde die Anregung der BIVH zum Baustopp von Mastanlagen behandelt. Herr Kremser (SPD) unterstrich noch einmal die Notwendigkeit bei der Landesregierung und eventuell bei der Bundesregierung vorstellig zu werden, um notwendige Gesetzesänderungen anzuregen. Der Beschluss lautet:
„Der Kreistag nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Anregung der Bürgerinitiative Viersen-Hamm e.V. für ein „Verbot von Neubauten zur Massentierhaltung von Schweinen oder Rindern zum Schutz des Grundwassers“ zur Kenntnis und bittet die Verwaltung, die Vertreter der Bürgerinitiative und die politischen Vertreter des Kreises in den gesetzgebenden Parlamenten zwecks Prüfung einer Neuregelung des § 35 BauGB entsprechend zu informieren.“
Diesem Beschluß wurde einstimmig zugestimmt. Ob sich da wirklich jemand zuständig fühlt?
Die gleichzeitig vorhandene Klimarelevanz des Themas, auf die in der Anregung explizit hingewiesen wurde, blieb jedoch völlig unberücksichtigt, obwohl erst kurz zuvor der Klimanotstand beschlossen wurde.
Ist die Ausrufung des Klimanotstandes doch nur Symbolpolitik?
Der Juni 2019 ist weltweit der wärmste Juni seit der Wetteraufzeichnung. Und im Kreistag beschließt man eine wachsweiche Formulierung „zwecks Prüfung einer Neuregelung“. Klimaforscher schlagen Alarm, dass alles viel schneller kommt als bisher prognostiziert. Der Kreistag hat davon trotz Klimanotstand nichts zur Kenntnis genommen.

https://kis.kreis-viersen.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZY3Nr00AnFNNH3jc6M9aWgI-WXvLUC69Y2HL0410A2ZC/Sitzungsvorlage_112-2019-_2._Ergaenzung.pdf

Neues vom Dezernat für Planen, Bauen und Umwelt des Kreises Viersen

Wer den Extra Tipp am Sonntag studiert, wird wohl erstaunt sein über die gegensätzlichen Darstellungen der Umweltpolitik des Kreises Viersen. Während der Landrat seine Politik in einer vierseitigen Einlage zum Thema Nachhaltigkeit darstellt, beklagen sich die Bürger aus Lüttelforst in einer Anzeige gerade über mangelnde Nachhaltigkeit in der Politik des Kreises.

Die Werbeseiten der Kreisverwaltung finden Sie im E-Paper dieser Zeitung auf den Seiten 5-8 unter
https://secure.wi-paper.de/book/read/id/0002B34425CEAFC1


Die Anzeige der Lüttelforster Bürger wendet sich in einem offenen Brief an den Landrat mit der Bitte den weiteren Kiesabbau in ihrem Bereich nicht zu genehmigen.
Wieder einmal geht es eigentlich nur um die Einhaltung der Bestimmungen des Landschaftsschutzes. Aber leider ist die Kreisverwaltung zu einer traurigen Berühmtheit geworden durch die Nichteinhaltung gerade dieser Bestimmungen. Traurige Beispiele sind die Schweinemastanlage in Dülken-Nette, die geplante Errichtung des Kletterparks im Hinsbecker Forst und jetzt auch noch die erweiterte Kiesgewinnung in Lüttelforst. Immer wird der Landschaftsschutz abgeschafft oder eingeschränkt. Wie kann man als Kreisverwaltung von erfolgreichem nachhaltigem Handel sprechen, wenn im Ernstfall die Umwelt hinter dem Gewinnstreben zurückstecken muss?

Kleine Nachlese zur Sitzung des Ausschusses für Planung, Bauen und Umwelt

Auf der Tagesordnung des Ausschusses standen gleich zwei TOPs, die sich mit dem Problem der Nitratbelastung des Grundwassers im Kreis Viersen durch den zu hohen Eintrag von Gülle beschäftigten.

TOP 1 Die Anregung der Bürgerinitiative Viersen-Hamm e.V. zum Baustopp für Mastanlagen zur Begrenzung des Eintrags von Gülle

TOP 7 Die Antwort der Umweltministerin Frau Ursula Heinen-Esser auf den 5 Punkte Plan des Landrats. Bis auf den Informationsaustausch hat Frau Heinen-Esser die Übertragung jeglicher Zuständigkeiten bezüglich der Kontrolle der Einfuhr und der Aufbringung von Gülle verweigert.

https://kis.kreis-viersen.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZeVKReFVBSMnTPXg9enBI8oNMiCSdC7FgO1kjdZ06YHj/Antwort_Frau_Ministerin_Heinen-Esser_an_Landrat.pdf

zu TOP 1

Die Sitzungsvorlage sah vor, die Anregung der BIVH zur Kenntnis zu nehmen, aber aufgrund der vorhandenen Gesetzeslage nicht tätig zu werden.

Dies rief engagierten Protest bei den Mitgliedern des Ausschusses hervor. Insbesondere die Herren Kettler und Bedronka von der SPD waren der Ansicht, dass die Bürger mit Recht erwarten können, dass wie in der Anregung und dem Schreiben vom 24.06.2019 von der BIVH gefordert, vom Landrat eine Initiative ergriffen werden muss. Auch Herr Heinen von den Grünen unterstützte diese Forderung.

Es wurde daraufhin einstimmig der Beschluss gefasst, den Landrat im Rahmen der Kreistagssitzung aufzufordern hier die Initiative zu ergreifen.

Zu TOP 7

Im Prinzip wiederholte sich auch hier der gleiche Vorgang. Fast alle Mitglieder des Ausschusses waren der Ansicht, dass man es mit dem Brief der Umweltministerin nicht bewenden lassen sollte, sondern dass auch hier der Landrat aufgefordert ist initiativ zu werden.

Es hat sich klar gezeigt, dass die Anregung der BIVH doch etwas bewegt hat. Damit letztlich auch ein erfolgreiches Handeln möglich wird, muss jedoch der Druck auf die Politik noch wesentlich erhöht werden.

Wir bleiben dran!