Handeln ist dringend erforderlich!

Unter dem Titel immer mehr Nitrat im Grundwasser publizierte die Rheinische Post einen Artikel über die aktuelle Situation des Nitratgehaltes im Grundwasser. 2013 wurde in 15 besonders betroffenen Gebieten ein Durchschnittswert von 170 mg/l gemessen. 2017 war der Wert bereits auf 209 mg/l gestiegen.
Politisches Handeln ist dringend erforderlich. Die besonders betroffenen Regionen sollten gemeinsam bei der Bundesregierung vorstellig werden, um endlich die Importe aus den Niederlanden zu stoppen und baurechtlich in den besonders belasteten Regionen die gesetzlichen Rahmenbedingungen für einen Baustopp für Mastanlagen zu erreichen.

https://rp-online.de/wirtschaft/immer-mehr-nitrat-im-grundwasser-gefahr-fuer-mensch-und-natur_aid-44825553

Sollte der Kreis die Gesamtkosten der Nitratstudie bekannt geben?

Zur Frage der Nitratbelastung im Kreis Viersen hatte die Kreisverwaltung durch die ahu GmbH eine Studie anfertigen lassen und Handlungsempfehlungen erhalten. Der Kreis hat diese Handlungsempfehlungen versucht bei der Landesregierung NRW durchzusetzen, ist dabei jedoch gescheitert, weil die Umweltministerin die Vorschläge als nicht zielführend bezeichnet hat. Die Umweltministerin ist schließlich auch für die Landwirtschaft zuständig.
Das Problem wurde auf der Kreistagssitzung vom 04.07.2019 besprochen mit dem Ergebnis laut Protokoll: „Landrat DR. COENEN hält die Antwort der Umweltministerin nicht für zufriedenstellend. Die Bearbeitung des Themas habe innerhalb der Kreisverwaltung weiterhin hohe Priorität.“ Eine Aussage, die nichts erwarten lässt.
Als Sprecher der BIVH hatte ich Ende Juni 2019 nach den Kosten dieser Studie unter Bezug auf das Informationsfreiheitsgesetz gefragt. Heute bekam ich eine abschlägige Antwort. Der Auftragnehmer macht hier ein Geheimhaltungsinteresse geltend in Bezug auf die Kostenrechnung und der Kreis kann ein überwiegendes öffentliches Interesse an dieser Frage nicht erkennen.
Auf der Basis der von mir erfragten Gesamtkosten (keiner Kostenrechnung) sind die vom Auftragnehmer geltend gemachten Schäden seiner Marktposition für mich nicht zu erkennen.

Immerhin wird die Studie im Umfang von 123 Seiten (inklusive 7 Seiten Anhang) nicht unerhebliche Kosten verursacht haben. Über Art und Umfang der Nitratstudie hat der Auftraggeber entschieden. Bei der vorhandenen politischen Situation war für jegliche Handlungsvorschläge mit einer ablehnenden Haltung zu rechnen. Unter diesen Randbedingungen wird der Steuerzahler bestimmt an den Kosten für die Studie interessiert sein.
Denn beim Nitrateintrag ins Grundwasser geht es nicht nur um die Schädigung des Grundwassers und der damit verbundenen Gefährdung unseres Trinkwassers, sondern auch um die gleichzeitige erhebliche Beeinträchtigung des Klimas durch die bei Rinder- und Schweinezucht produzierten Treibhausgase. Der Weltklimarat hat auf diese Zusammenhänge gerade erst diese Woche hingewiesen. Und die Geruchsbelästigung bei der Gülleausbringung ist auch nicht zu vernachlässigen.
Was meinen Sie, sollte der Kreis die Kosten bekannt machen? Vielleicht motiviert diese Nachfrage den Landrat sich stärker für die Problematik zu engagieren?

Grüne Bodendecker statt grauer Kies oder Schotter

In den letzten Wochen berichtete die Rheinische Post mehrmals über die „Steingärten“. Die grauen Vorgärten mit Kies und Schotter haben ökologische Nachteile, da diese Flächen besonders stark aufheizen und diese Wärme nachts abstrahlen.

Nicht berichtet wird über ein weiteres Problem, das mit dem vermehrten Verbrauch von Kies und Schotter in Verbindung steht: es handelt sich bei Kies und Schotter um knappe Rohstoffe, die dringend für die Bauindustrie benötigt werden.

Im Kreis Viersen schreckt man auch nicht davor zurück, wie z.B. in Lüttelforst Konzessionen für den Kiesabbau in Landschaftsschutzgebieten zu erteilen. Wieviel von den dort abgebauten Mengen an Kies wandert dann in Vorgärten?

Dabei könnte eine begrünte Fläche so viel schöner aussehen, wie wir erst kürzlich über die Gestaltung der Straßenränder in der Gereonstraße gezeigt haben.

http://www.bi-viersen-hamm.de/so-schoen-ist-viersen/

Schon eine Bepflanzung mit Bodendeckern, wie auf den beigefügten Bildern gezeigt, kann eine pflegeleichte Begrünung bilden.

In vielen Städten beginnt man jedoch umzudenken und in Neubaugebieten begrünte Vorgärten zur Pflicht zu machen. Es wird auch über Anreize nachgedacht, bestehende „Steingärten“ zur Umwandlung in Grünflächen anzuregen.

Was geschieht hierzu in Viersen? Bisher nichts.

https://rp-online.de/nrw/panorama/nrw-kies-statt-blumen-staedte-gehen-gegen-steingaerten-vor_aid-44791655

 

So bitte nicht!

Die Stadt plant den letzten Freiraum im Bahnhofsbereich zu bebauen.
Der Bebauungsplan Nr. 180-4 ‚Brüsseler Allee/Bahnhofsplatz‘ liegt seit dem 01.08.2019 bis einschließlich 09.09.2019 zur Einsichtnahme im Rathaus an der Bahnhofstraße aus.
Nach Ansicht der BIVH sollte dieser Bereich für eine Erweiterung des Parkraumes im Bahnhofsbereich zur Verfügung gehalten werden. Der jetzige Bahnhofsparkplatz nördlich des Bahnhofs ist bereits jetzt voll ausgelastet.
Wo sollen die Nutzer des ÖPNV ihre Fahrzeuge abstellen, wenn die S 28 nach Düsseldorf realisiert wird? Es wird sehr viel über die verstärkte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel diskutiert, insbesondere auch zur Reduzierung der CO2 Emissionen und hinsichtlich des Klimawandels. Wie will die Verwaltung den Wandel realisieren, wenn die elementaren Voraussetzungen dafür vernachlässigt werden? Sollen die Nutzer einer S 28 alle mit dem Fahrrad kommen, auch bei jedem Wetter?
Wenn auch Sie unsere Meinung teilen, dann erheben Sie bitte Einspruch gegen die geplante Bebauung.
Weitere Informationen zum Bebauungsplan unter:
https://www.viersen.de/de/projekte/bebauungsplan-nr.-180-4-bruesseler-allee-bahnhofsplatz-6043502/

Wohin mit dem „Wind-Müll“?

Kaum zu glauben, aber wahr! Trotz Umweltverträglichkeitsprüfung gibt es in Deutschland kein Konzept zur Entsorgung von 30.000 Windkraftanlagen, die in den nächsten Jahren zur Verschrottung anstehen.
Im Heute Journal wurde darüber berichtet. Die Entsorgung ist nicht unproblematisch, da die Rotorenblätter aus Verbundwerkstoffen bestehen, die man nicht einfach entsorgen kann. Und für die Verbrennung stehen nicht ausreichend Kapazitäten zur Verfügung.
Doch sehen Sie selbst:
https://www.zdf.de/…/heut…/wohin-mit-dem-wind-muell-100.html

 

Wie man sich die Welt schön rechnen kann…..

Die Rheinische Post berichtet heute über den Rückgang der Gülle Importe um fast ein Drittel innerhalb von 2 Jahren.

https://rp-online.de/nrw/staedte/viersen/deutlich-weniger-guelle-importe-im-kreis-viersen_aid-44409529

Unberücksichtigt bleibt dabei die Menge illegaler Gülle-Importe aus den Niederlanden. Auf Seite 49 der Nitrat Studie wird auf eine unbekannte Menge illegaler Gülle Importe hingewiesen.

https://kis.kreis-viersen.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZeDe5tP_3LUu8kH2mrW3STWjaodTZQvUsMOfMlPwktDS/1._Nitratstudie_Endbericht_Text.pdf

Zumindest theoretisch ist es möglich, dass die Menge illegaler Gülle Importe im gleichen Zeitraum gestiegen ist. Solange es keine zuverlässigen Kontrollen über die importierte Menge an Gülle aus den Niederlanden gibt, sind derartige Aussagen, wie von der Rheinischen Post verfasst, zumindest sehr zweifelhaft.

So schön ist Viersen

Heute möchten wir einmal zeigen, was Bürgerengagement schaffen kann. Anwohner der Gereonstraße haben die Randstreifen der Straße zu einer blühenden Pracht verwandelt. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag zur Verschönerung unserer Umwelt.

Kein weiterer Kiesabbau in Lüttelforst

Der Extra-Tipp am Sonntag berichtete erneut über die Situation zum Kiesabbau in Lüttelforst. Besonders unverständlich wird eine solche Genehmigung, wenn man die zunehmende Verwendung von Kies und Schotter zur „Gestaltung“ deutscher Vorgärten berücksichtigt. Der ökologische Wert von Schottervorgärten ist gleich Null. Für diese Vorgärten muss beim Kiesabbau auch noch wertvolle landwirtschaftlich genutzte Fläche zerstört werden.
Wenn die Genehmigung zum Kiesabbau in Lüttelforst nicht geändert wird, ist die Ausrufung des Klimanotstandes durch den Kreis eine leere Worthülse.
Völlig unverständlich bleibt, warum Kies und Schotter, die wertvolle und immer knapper werdende Rohstoffe darstellen, für die „Gestaltung“ von deutschen Vorgärten noch immer genutzt werden dürfen. Dies wird nicht nur durch Privateigentümer praktiziert, sondern auch durch gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften, auf die kommunale Verwaltungen Einfluss nehmen könnten.
Dabei wird die Arbeitsersparnis für Vorgartenpflege schon innerhalb weniger Jahre in Mehrarbeit umgekehrt. Laub und Staub bilden in kurzer Zeit eine Humusschicht auf der die Natur sich diese Flächen zurückerobert. Den Kies oder Schotter dann zu säubern, stellt wesentlich mehr Arbeit dar als die Pflege einer Grünfläche. Hoffentlich wird sich das Problem aufgrund der Kosten für die immer teurer werdenden Rohstoffe Kies und Schotter langfristig von allein lösen.

Leb wohl, lieber Wald!

So titelt heute der Extra Tipp am Sonntag und berichtet über die letzte BUKA Sitzung und die Äußerungen von Stadtförster Rainer Kammann zur Situation der Stadtbäume und des Stadtwaldes insbesondere auf den Süchtelner Höhen.
Bis Ende 2019 werden wohl 2.000 Nadelbäume und 500 Laubbäume dem Klimawandel zum Opfer fallen.
Die Grünen sind der Ansicht, dass die Gießaktion auf den Süchtelner Höhen das Bewusstsein der Bürger geschärft hat.

Unerwähnt bleiben leider die Fehlentscheidungen der letzten Jahre von Politik und Verwaltung bezüglich der Beseitigung des Straßenbegleitgrüns und der Abholzung vieler ausgewachsener und klimaschützender Bäume bei der Verschlimmbesserung des Gereonplatzes, des Umfeldes der Josefskirche, des innerstädtischen Erschließungsringes, des Bahnhofvorplatzes, des Alten Marktes in Dülken und anderer Baumaßnahmen.
Die Neupflanzungen befinden sich aufgrund der Trockenheit in einem bedauernswerten Zustand und bis deren Klimawirksamkeit voll zur Geltung kommen wird es noch Jahrzehnte dauern. Jetzt rächt sich die Gleichgültigkeit früherer Entscheidungen.
Ob sich bei zukünftigen Bauentscheidungen etwas ändern wird? Der Kreis hat ja den Klimanotstand ausgerufen. Werden diesem Notstand wirklich Taten folgen? Wir werden dies auch zukünftig kritisch hinterfragen.

 

Von drei Bäumen blieb nur diese Sumpfeiche stehen, ob wohl ausreichend Platz für alle drei Bäume war, die dort ursprünglich standen.
Gesunde Bäume am Alten Markt vor der Umgestaltung
Viel Grün vor der Josefskirche vor der Umgestaltung. Heute ist dort eine kahle Betonfläche.
Kann man unter diesen Vorzeichen von den Eigenheim besitzern erwarten, dass sie ihre Schottervorgärten beseitigen???
Diese Säulenpappel sollte krank sein. Nach Ansicht der BIVH musste sie dem Planungsstreben weichen.
Wer hat hier den Klimanotstand noch verstärkt – Politik und Verwaltung!!!

Was gedenkt der Kreis jetzt gegen die zu hohe Nitratbelastung im Grundwasser zu tun?


In einer Pressemeldung nimmt der Landrat dazu Stellung:
https://www.presse-service.de/public/Single.aspx?iid=1021091
Ob dies alles reicht, um die Situation zu verbessern? Wohl kaum. Denn die geplanten Projektstudie, mittels der die besonders belasteten Gebiete in Wasserschutzzonen umgewandelt werden sollen, wird die Mengen an Gülle die entsorgt werden müssen nicht reduzieren. Sie werden dann an anderer Stelle ausgebracht werden.
Was können wir alle tun, um das Problem zu entschärfen? Weniger Fleisch essen – dadurch sollte längerfristig die Fleischproduktion zurückgehen und damit auch der Anfall von Gülle.